Mental überlastet? 5 wichtige Warnsignale und was dahinter steckt
Mental überlastet, oder warum fühlst du dich ständig angespannt? Erfahre, welche frühen Warnsignale es gibt und warum gerade leistungsstarke Menschen betroffen sind.
Warum mentale Überlastung oft unsichtbar ist
Der Alltag ist voll, die Aufgaben enden nie, von überall kommen Nachrichten und Anforderungen ans uns. Viele Menschen sind mental überlastet und dennoch bleibt diese Form der Erschöpfung im Alltag oft unsichtbar. Denn Menschen, die mental überlastet sind, sagen selten: „Mir geht es schlecht. Ich bin überlastet.“
Sie sagen eher:
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„Eigentlich ist alles okay. Vielleicht etwas stressig.“
-
„Es ist gerade etwas viel, aber ich komme schon zurecht.“
-
„Der übliche Stress halt. Wird schon wieder besser werden.“
Und genau das macht mentale Überlastung so tückisch und schwer erkennbar. Es handelt sich nicht um eine offensichtliche Krise, sondern eher eine dauerhaften Anspannung, während die Betroffenen „gut funktionieren“.
Gerade leistungsorientierte, verantwortungsbewusste Menschen bleiben nach außen lange stabil. Nach innen jedoch läuft das System dauerhaft unter erhöhter Last und die Erschöpfung nimmt zu.
Was „mental überlastet“ wirklich bedeutet
Mental überlastet zu sein, ist mehr als müde sein. Es bedeutet allerdings nicht automatisch, dass man im Alltag nicht mehr leistungsfähig ist. Im Gegenteil: Viele Betroffene funktionieren zuverlässig, strukturiert und verantwortungsvoll.
Ganz generell ist unsere mentale Energie pro Tag begrenzt. Wir verbrauchen sie mit all den Aufgaben, den großen und kleinen Entscheidungen während des Tages. Das merken wir zum Beispiel daran, dass wir abends meist weniger Motivation und Selbstkontrolle haben als noch früher im Tagesverlauf. In der Forschung wird in diesem Zusammenhang von „Ego Depletion“ oder mentaler Erschöpfung gesprochen, auch wenn diese derzeit kontrovers diskutiert wird, da verschiedene Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen sind. Eine gewisse kognitive Ermüdung ist jedoch normal, dabei handelt es sich noch nicht um mentale Überlastung.
Aus neuropsychologischer Sicht entsteht mentale Überlastung, wenn kognitive und regulatorische Anforderungen über längere Zeit höher sind als die verfügbare Erholungs- und Verarbeitungsfähigkeit. Das bedeutet, das was im Alltag alles ansteht erfordert geistig mehr Energie als wir durch Erholung wieder gewinnen.
Typisch dabei ist:
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ein dauerhaft aktiviertes Stress- und Aufmerksamkeitssystem
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eine erhöhte Grundanspannung im Nervensystem
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fehlende mentale Abschluss- und Integrationsphasen
Wie äußert sich das im Alltag?
- dein Kopf ist dauerhaft aktiv
- du fühlst dich ständig angespannt
- du erholst dich nicht richtig
- es fühlt sich alles mühsam an
Es ist kein akuter Zusammenbruch, sondern ein Zustand permanenter innerer Aktivierung. Und genau deshalb wird er oft unterschätzt.
Die Warnsignale für mentale Überlastung
1. Dein Kopf kommt nicht mehr richtig zur Ruhe
Du bist körperlich müde, aber mental wach. Selbst nach der Arbeit, nachts im Bett oder am Wochenende laufen deine Gedanken weiter: To-do-Listen und offene Aufgaben, Gespräche, E-Mails oder Entscheidungen.
Für genau solche Situationen habe ich einen kleinen SOS-Plan erstellt: drei bewusst ausgewählte Methoden, die du direkt ausprobieren kannst, wenn dein Kopf abends nicht zur Ruhe kommt.
Neurowissenschaftlich betrachtet, bleibt unser Gehirn auch in Ruhephasen aktiv. Abschalten bedeutet insofern nicht, dass unser Gehirn nichts mehr tut. Forschungsergebnisse legen nahe, dass es sich während Ruhephasen weiterhin damit beschäftigt, womit wir uns schon den ganzen Tag über beschäftigt haben. Wenn du also während deines Tages nur die Netzwerke für die Abarbeitung von Aufgaben aktiviert hast, dann werden diese nicht einfach inaktiv nur weil du zuhause bist. Das legt außerdem nahe, dass es helfen kann, bereits während des Tages anderen Tätigkeiten (die erholsam wirken) nachzugehen, um auch diese Netzwerke zu aktivieren.
2. Erholung fühlt sich nicht mehr erholsam an
Du bist körperlich müde, aber mental wach. Selbst nach der Arbeit, nachts im Bett oder am Wochenende laufen deine Gedanken weiter: To-do-Listen und offene Aufgaben, Gespräche, E-Mails oder Entscheidungen.
Für genau solche Situationen habe ich einen kleinen SOS-Plan erstellt: drei bewusst ausgewählte Methoden, die du direkt ausprobieren kannst, wenn dein Kopf abends nicht zur Ruhe kommt.
Neurowissenschaftlich betrachtet, bleibt unser Gehirn auch in Ruhephasen aktiv. Abschalten bedeutet insofern nicht, dass unser Gehirn nichts mehr tut. Forschungsergebnisse legen nahe, dass es sich während Ruhephasen weiterhin damit beschäftigt, womit wir uns schon den ganzen Tag über beschäftigt haben. Wenn du also während deines Tages nur die Netzwerke für die Abarbeitung von Aufgaben aktiviert hast, dann werden diese nicht einfach inaktiv nur weil du zuhause bist. Das legt außerdem nahe, dass es helfen kann, bereits während des Tages anderen Tätigkeiten (die erholsam wirken) nachzugehen, um auch diese Netzwerke zu aktivieren.
3. Kleine Aufgaben kosten unverhältnismäßig viel Energie
Entscheidungen, die früher leicht waren, fühlen sich zäh an. Abstimmungen strengen an. Emails bleiben liegen.
Nicht, weil du weniger kannst, sondern weil deine mentale Kapazität bereits stark gebunden ist. In der Forschung spricht man hier von reduzierter exekutiver Kontrolle durch kognitive Dauerbelastung.
4. Du wirst reizbarer oder innerlich distanzierter
Die zunehmende Überlastung führt dazu, dass manche schneller genervt oder ungeduldig reagieren. Andere ziehen sich innerlich zurück.
Beides sind Regulationsstrategien des Nervensystems, um weitere Reizüberflutung zu vermeiden. Kein Charakterproblem, sondern einfach Selbstschutz.
5. Du funktionierst – aber ohne echte innere Präsenz
Nach außen läuft alles mehr oder weniger gut. Die Ergebnisse stimmen. Verantwortung wird getragen. Innerlich jedoch fehlt etwas und du merkst, da ist:
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weniger Freude
- weniger Motivation
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weniger Klarheit
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weniger echtes Abschalten
Das ist noch kein Burnout. Aber es ist oft die Vorphase, wenn die Rahmenbedingungen unverändert bleiben.
Warum gerade leistungsstarke Menschen betroffen sind
Mentale Überlastung trifft häufig Menschen, die:
- besonders engagiert in ihrem Job sind
-
viel Verantwortung tragen
-
selbstständig oder in Führungsrollen arbeiten
-
hohe Ansprüche an sich selbst haben
-
es gewohnt sind, durchzuhalten
Weil sie lange kompensieren können. Und weil ihr Umfeld oft signalisiert: „Du hast doch alles im Griff.“
Mentale Überlastung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Hinweis auf ein dauerhaft überfordertes Regulationssystem. Dein Kopf und Körper warnen dich, dass dein Alltag sowie er momentan gestaltet ist, einfach zu viel ist.
Warum Ignorieren keine gute Strategie ist
Viele hoffen, dass es „von selbst wieder besser wird“. Oder dass der nächste ruhigere Abschnitt oder auch der nächste Urlaub Entlastung bringt. Das Problem: Chronische mentale Überlastung reguliert sich selten von allein, wenn die Struktur des Alltags gleich bleibt.
Dann wird aus:
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Anspannung → Gewohnheit
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Überlastung → Normalzustand
Langfristig erhöht das nachweislich das Risiko für Erschöpfungszustände, Schlafstörungen, depressive Symptome und stressbedingte Erkrankungen.
Wenn du dich in mehreren Punkten wiedererkennst, geht es nicht darum, dich zu optimieren, sondern die Perspektive zu ändern. Anstatt zu fragen: „Was stimmt nicht mit mir?“, frag lieber: „Was in meinem Alltag sorgt dafür, dass mein Kopf keine echte Entlastung mehr findet?“
Dieser Perspektivwechsel nimmt Druck heraus und schafft die Grundlage, um Belastungsfaktoren zu erkennen und dann zu verändern.
Fazit: Mentale Überlastung betrifft viele. Erkennen ist der erste wichtige Schritt.
Mentale Überlastung betrifft viele Menschen. Wichtig ist die Warnsignale zu erkennen und dann gegenzusteuern, indem Belastungsfaktoren im Alltag identifiziert und verändert werden.
Ob man das alleine macht oder sich dabei Unterstützung holt, ist eine persönliche Entscheidung. Für Menschen, die sich einen strukturierten, ruhigen Rahmen dafür wünschen, habe ich mein 1:1 Training Feierabendfreiheit entwickelt.
Quellen - Zum Nach- und Weiterlesen
Kühn, E. (2016): Das Gehirn kann nicht abschalten! Was tun? Abrufbar unter: https://de.in-mind.org/article/das-gehirn-kann-nicht-abschalten-was-tun
Nehls, M. (2022): Das erschöpfte Gehirn: Der Ursprung unserer mentalen Energie – und warum sie schwindet.
Warum Denken müde macht. Abrufbar unter: https://science.orf.at/stories/3214580/
Das passiert bei einem Burn-out. Stressige Phasen im Job – das kennen die meisten. Wenn sich aber auch am Wochenende keine Erholung einstellt, solltest du hellhörig werden.
https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/darum-ist-burnout-keine-krankheit/




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