So reduzierst du noch heute deine To-Do-Liste durch eine einzige Frage
Du willst deine To-Do-Liste reduzieren? Am besten einfach und schnell? Eine einzige Frage kann dir dabei helfen. Lies hier nach, um welche Frage es geht und warum sie so gut wirkt.
Offene To-Dos sind für viele von uns eine Stressquelle. Und das ist auch nicht verwunderlich, denn sie bauen eine Art Spannung in unserem Gehirn auf. Das funktioniert im Grunde wie bei einem Cliffhanger am Ende einer Serien-Folge: wir wollen wissen, wie es weitergeht, unser Gehirn beschäftigt sich weiter damit.
Eine grundsätzlich sehr wirksame Methode ist das Aufschreiben der To-Dos auf die berühmte To-Do-Liste, denn durch das Aufschreiben reduzieren wir die Last im präfrontalen Kortex (unserer Entscheidungs- und Problemlösungszentrale), da wir die Inhalte auslagern und sich unser Gehirn die Aufgaben nicht mehr merken muss.
Das Problem ist aber, dass diese Listen bei Menschen in herausfordernden Jobs und einem abwechslungsreichen Privatleben, meist schneller wachsen als das Aufgeschriebene erledigt werden kann. Unsere Listen quellen also über und wir haben das Gefühl, was wir aufgeschrieben haben, müssen wir auch erledigen, was Druck erzeugt und oft auch noch schlechtes Gewissen, weil wir wieder zu wenig abhaken. Wie können wir also die To-Do-Liste reduzieren und uns damit entlasten?
To-Do-Liste reduzieren durch eine Frage
Es gibt natürlich mehr als eine Methode, um die To-Do-Liste schrumpfen zu lassen, aber in diesem Beitrag möchte ich dir eine meiner Meinung nach besonders wirksame Methode vorstellen, da sie nicht nur hilft, Aufgaben zu hinterfragen, sondern generell viel bewusster zu entscheiden, wie du deinen Alltag gestalten möchtest.
Und du wirst merken deine To-Do-Liste zu reduzieren bedeutet auch dich spürbar zu entlasten. Eine einfache Möglichkeit, wie das gelingt, ist die Frage: “Muss ich das jetzt machen?” aus 5 Perspektiven zu stellen. Stell dir vor, du sitzt wieder mal vor deiner endlosen To-Do-Liste. Und dann beginnt die Magie. Du schaust dir den ersten Eintrag an. Und dann stellst du dir diese Frage fünf Mal und betonst dabei jeweils ein anderes Wort.
Die magische Frage: „Muss ich das jetzt machen?“
1. MUSS ich das jetzt machen?
Hier geht es um die Notwendigkeit. Ist diese Aufgabe wirklich verpflichtend? Was passiert realistisch, wenn du sie nicht machst? Schreibt dir irgendwer vor, das To-Do zu machen?
Viele To-dos entstehen aus einer Mischung aus “das muss man einfach machen”, Gewohnheit und etwas zu viel Verantwortungsgefühl. Gerade wenn du ein pflichtbewusster Mensch bist, kann es sein, dass du bei vielen Aufgaben den Eindruck hast sie vermeintlich tun zu „müssen“, obwohl keine tatsächliche externe Notwendigkeit besteht.
2. Muss ICH das jetzt machen?
Muss du es machen? Oder erledigst du es, weil du es schon immer getan hast? Und warum ist das so? Bist du wirklich dafür verantwortlich oder eigentlich jemand anderer? Machst du es nur deshalb, weil es sonst niemand tut? Könnte es auch jemand anderer machen? Oder könnte dir zumindest jemand helfen?
Menschen übernehmen Aufgaben oft automatisch, auch wenn andere sie übernehmen könnten. Passiert es dir vielleicht, dass du denkst „Ich mach das schnell“ und schon bist du wieder mitten in einer Aufgabe, die auch jemand anderer gut übernehmen könnte.
3. Muss ich DAS jetzt machen?
Ist das, was du dir vorgenommen hast, wirklich relevant? Oder kann die Aufgabe vielleicht sogar gestrichen oder zumindest niedriger priorisiert werden?
Vielleicht weißt du gar nicht mehr, warum dieses To-Do überhaupt auf deiner Liste gelandet ist?
Befreie dich gerne von einigen Aufgaben, du wirst sofort spüren, wie gut das tut.
4. Muss ich das JETZT machen?
Hier geht es um den Zeitpunkt. Handelt es sich wirklich um etwas, das genau jetzt gemacht werden muss? Oder kann es warten? Wenn ja, wie lange kann es warten?
Vielleicht ist die Aufgabe wichtig – aber nicht in diesem Moment. Wenn sie wichtig ist, überlege bis wann du sie umsetzen musst oder möchtest. Und dann sorge dafür, dass du rechtzeitig daran erinnerst wirst, aber bis dahin nicht weiter von dem To-Do belästigt wirst.
Oder es ist gerade nicht der passende Moment für die Art der Aufgabe. So macht es beispielsweise aus Sicht der Chronobiologie wenig Sinn eine geistig sehr herausfordernde Aufgaben in einer deiner Tiefphasen zu erledigen. Du brauchst dann mehr Zeit und vermutlich sind auch die Ergebnisse schlechter, als wenn du die Aufgabe in einer Hochphase umsetzt.
5. Muss ich das jetzt MACHEN?
Ist Tun überhaupt nötig? Kannst du es vielleicht einfach lassen und sehen was passiert? Erstaunlich viele Dinge erledigen sich von selbst: weil sich Prioritäten verschieben, andere Menschen einspringen oder das Thema gar nicht so wichtig ist, wie es sich zuerst anfühlte.
Warum diese Methode dir hilft deine To-Liste zu reduzieren
- Sie stoppt automatisches Handeln ohne zu Hinterfragen.
- Sie stärkt deine Selbstbestimmung, indem du bewusster entscheidest, was du wirklich machen möchtest.
- Sie reduziert unnötige Aufgaben, bevor sie Energie kosten.
- Sie richtet deinen Fokus auf unterschiedliche Perspektiven und ermöglicht so eine ganzheitlichere Betrachtung.
Viele Menschen befinden sich in einem „Abarbeitungsmodus“. Wenn meine Tage voll sind und die Zeit knapp, passiert es auch mir leicht, dass ich eins nach dem anderen erledige, obwohl das vielleicht so gar nicht nötigt ist. Die Frage ist daher für mich eine unverzichtbare Erinnerung geworden, gerade in stressigen Zeiten innezuhalten und zu hinterfragen, ob das was ich gerade mache, wirklich genau so gemacht werden muss.
Wenn du die fünf Perspektiven regelmäßig anwendest, trainierst du dein Gehirn darauf, bewusster, reflektierter und selbstbestimmter zu entscheiden.
Entlastung entsteht nicht erst, wenn die To-Do-Liste leer ist (denn seien wir ehrlich, da können wir lange warten), sondern wenn du merkst, dass du jederzeit entscheiden kannst, bestimmte Dinge nicht zu tun. Weil sie gar nicht nötig sind, oder weil wer anderer sie übernehmen kann, oder weil sie nicht jetzt erledigt werden müssen oder weil sie gar nicht (mehr) wichtig sind.

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